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König der Schneider

sludgefishing

LEX, 26.03.08

Void
4,3
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8 Sessions, 13 Tage u. 3 Nächte im Jahre 2008 liegen hinter mir und bis heute habe ich keinen Fisch auf die Matte legen können. Auch wenn ich es nicht wahrhaben mag, trage ich nun nicht umsonst den Titel "King of Blanks". 8 Ansitze - 8 Schneider. Bösartige 100% ! Ich hasse es. Und so kam es dieses Wochenende zur nächsten Abfuhr :

Freitag vormittags wurde das Tackle ins Auto geladen und der Weg über die Autobahn nach Fürstenfeld eingeschlagen, wo ich mich mit den Carpsquadlern Rene aka Karpfinger u. Martin aka MadMaxl traf, um zum nahelegelegenen Freibergerteich aufzubrechen. Dort angekommen, wurde sogleich das Camp aufgeschlagen, die Ruten scharf gemacht und einer herrlichen 3 Tages - Session stand nichts mehr im Wege. Die Motivation war groß, da die Squadler Sandi u. Mertin bereits letztes Wochenende hier ordentlich zugeschlagen hatten. Noch dazu zeigte sich das Wetter entgegen aller Prognosen deutlich freundlicher als angenommen, was meine Hoffnung auf einen anständigen Gelben fast ins Unermessliche trieb.
 
Am frühen Nachmittag stießen auch Sandi und Mertin, in der aufkeimenden Dämmerung noch Schwarzi ( bekannt als der Fluch ) dazu, welche das 6er Gespann komplettierten. Und so verging bisslos der erste Tag und die erste Nacht, in der ich zum ersten Mal in diesem Jahr die Kröten beobachten konnte, die sich im Schutz der Dunkelheit aus ihren Löchern wagten.
 
Am nächsten Morgen strahlte wieder mal die Sonne vom Himmel, und ein freches Rotkehlchen, welches im Laufe des Tages durch ständige Anwesenheit "Peda" gerufen wurde ( obwohl die Mehrheit meinte, daß es sich um ein Weibchen handelte ), machte sich am Steg erstmals über die noblen Futterkrümel her, die beim Füttern mit der Spodrod schon vor dem Wurf aus der Rocket gesprungen sind. Der fraß wenigstens...
 
Kurz vor Mittag dann der erste Run auf einer von Sandi´s Ruten, der doch glatt mit einem schönen 13er Spiegler belohnt wurde. Und es ging doch was.
Es ist immer wieder erstaunlich, was solch ein Fisch bewirken kann. Urplötzlich wurden wieder Montagen gewechselt, Köder gepimpt, mit Schleudern und Wurfrohren Futter an die Spots gebracht und sämtliche Ruten neu ausgelegt. Das Jagdfieber hatte wieder alle 6 Mann im festen Griff. Und das Warten begann erneut.
Am frühen Nachmittag war ich noch voll motiviert, da ja die aussichtsreiche Abenddämmerungsphase noch vor uns lag, und ich mir fast sicher war, daß es früher oder später passieren musste. Obwohl die Wassertemperatur nur 7°C betrug, die Sonne aber fast pausenlos vom Himmel schien und Sandi bereits bewiesen hatte, daß die Karpfen doch schon fraßen, waren die Chancen einen Guten zu erwischen nicht gerade von der Hand zu weisen.
In der Zwischenzeit wurden kulinarische Leckerbissen am Wasser zubereitet, die die langen bisslosen Stunden doch ein wenig erträglicher machten.
 
Gegen 14:30 plötzlich Dauerton an Rene´s Delkim-Receiver. Run ! Jawohl ! Kurz nachdem Meister Karpfinger die Rute vom Pod nahm, saß der Fisch auch schon im versunkenen Steg fest, und wurde mittels Geduld und meinerseitigen Zutun vom schilfbewachsenen Ufer doch noch dazu bewogen, sich selbst zu befreien und den Weg ins Freiwasser anzutreten. Doch das war kein Karpfen. Während des Drills stellte sich heraus, daß eine sehr gute Schleie den Köder genommen hatte, und diese konnte dann auch problemlos von Rene gelandet werden.
Immer wieder herrlich, einen dieser Goldbarren unserer Gewässer, noch dazu in dieser stattlichen Größe, vor die Linse zu bekommen. Mittlerweile wurden natürlich gedanklich die wirrsten Netze gesponnen und philosophiert, wie man denn nun zum ersehnten Biss kommen konnte, und warum gerade eine Schleie den Wafter inhaliert hatte. Fragen über Fragen, die aber von Niemanden beantwortet werden konnten. Schön langsam aber sicher machte sich Unmut und Resignation bemerkbar, denn es lief bei weitem nicht so, wie wir uns das vorgestellt hatten.
Hier 3 Schneider beim Diskussionshandwerk ( v.l. ich, MadMaxl, Mertin ) :
Tja, wie mussten sich Sandi und Rene jetzt fühlen ? Wie ist es , wenn man bereits gefangen hat, das Fangfoto im Sack hat, und alles was noch kommen mag, sowieso nur eine Draufgabe war, während die Anderen jede Sekunde auf den erlösenden Dauerton ihrer Bissanzeiger warteten ?
Ein süffisantes Grinsen war kaum mehr zu verstecken ( man beachte das siegessichere Lächeln von Sandi, während MadMaxl nachdenklich die 27te Pfeife rauchte ) :
Über Rene´s Lässigkeit in dieser Situation brauchten wir gar nicht erst zu diskutieren, da er mit der kapitalen Schleie schon einen, nicht alltäglichen Fang, verbucht hatte, und sich wohl sicher war, daß da noch etwas nachkommen würde.
Und es kam, wie es kommen musste. Um 22:30, der Zeit, bei der wir schon alle mental abgeschlossen hatten, wieder Dauerton auf Rene´s Delkim. Und diesmal wars ein Karpfen. Und was für einer. Nach kurzem, aber intensivem Drill konnte ein herrlicher 13,5kg Schuppinger ins Blitzlichtgewitter der Kameras gehalten werden.
YES ! Was für ein Fisch.
Vielleicht ging doch noch was. Vielleicht würde die letzte Nacht noch das Wunder vollbringen. Die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt. Als ich morgens dann von den Vögeln und der Sonne aus meiner Tiefschlafphase geweckt wurde, war es so gut wie klar. Der nächste Schneider stand in den Startlöchern. Wenn ich ehrlich bin, waren meine Gefühle Sonntag morgens nicht gerade mit der ersten Liebe eines Pubertierenden vergleichbar, denn am liebsten hätte ich mein gesamtes Tackle auf einmal verkauft und wäre einem "Meerschweinchenstreichler - Verein" beigetreten. Um mit den richtigen Worten meine mentale Situation zu beschreiben, könnte ich Bücher in der Stärke des alten Testaments füllen. Ein Alptraum. Das 8te Blank in Serie. Gab es einfach keine beschissene Gerechtigkeit auf diesem Planeten ? Nein. Und so musste man das hinnehmen, auch wenn man nicht wollte. That´s Carpfishing...
 
Gegen Mittag wurde dann eingepackt und mit dem nächsten Schneider im Gepäck die 140km lange frustrierende Heimreise angetreten. Nichts desto Trotz war es wieder mal ein äußerst lustiges Wochenende mit den sympathischen Kukmirnern, welches nach baldiger Wiederholung schreit. Wenn man solche Angelkameraden um sich hat, die ganze Geschichte mit Humor genommen wird und rundherum einfach alles passt ist auch ein Blank leichter zu ertragen.


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