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Marlin

Cabo Verde 2/3 - Reisebericht

Teil 2 Hochseefischen Cabo Verde. 3. Teil im März

Sepp, 10.02.08

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In diesem Teil lest ihr spannendes über Tag 3 und 4.

3 .Tag auf See
Nach diesem nächtlichen Erfolg waren wir am nächsten Tag etwas später aus den Federn geklettert und begaben uns um ca. 8:00 nach einem ausgiebigen Frühstück zum Hafen, wo uns unser Tigerhai bereits „erwartete“.
Eine kurze Fotosession und rasch aufs Boot, um wieder in See zu stechen.
„Es roch förmlich nach Marlin!“
Doch als wir an Bord gingen, schlug uns bereits ein anderer Duft entgegen. Sisito und Franco hatten für uns ein ganz besonderes zweites Frühstück zur Stärkung vorbereitet. – In der Kabine dampfte und brutzelte es, und der betörende Duft von frisch zubereitetem Wahoo, garniert mit ein paar Stückchen Muräne ließ das Wasser in unseren Mündern zusammenlaufen. Wir konnten uns natürlich nicht beherrschen und machten uns gleich über die Delikatessen her. Inzwischen war es eh schon fast 9:00 Uhr ;-)!
Wir verließen den Hafen von Tarafal und machten uns wieder durch die Pilotwalherden auf zu unserem Hotspot. Auf der Bank befanden sich bereits mind. 10 kleine Boote der einheimischen Fischer, die mit Handleinen den Jägern des Atlantiks auf die Schuppen rückten. Vor diesen Fischern muss man wirklich den Hut ziehen. Zu zweit oder dritt auf diesen kleinen Booten mit den 15PS! Außenbordern
und das 4-6 Seemeilen vor der Küste, bei fast jedem Wind und Wetter! Wir fuhren entlang der Kante der Bank und es dauerte nicht lange als der erste Jig von einem stattlichen Wahoo attackiert wurde. Charly drillte den Fisch gekonnt ans Boot. Franco übernahm das Vorfach und betäubte mit gekonnten Hieben den Räuber. Ein weiterer Strike folgte kurz danach auf der „kleinen“ 50er Rute und ein weiterer Wahoo fand seinen Weg in die Fischkiste! Danach folgte eine gut 2stündige Flaute. Ferdi, der nun immer nervöser wurde und seine Schleifen und mittlerweile Kreise immer enger zog, versuchte nun das Gebiet in einer Tiefe von rund 230-250m zu durchpflügen. Er wurde umso nervöser, als er von Simon, der ganz in der Nähe fischte, die Meldung von 2 Marlinkontakten erhielt. „Das kann nicht sein“ grübelte er:
„Wir sind genau an diese Stelle vor 10 Minuten vorbeigefahren...“!
Es war bereits ca. 16:00 als Franco am Kommandostand der Bibiche plötzlich laut „Marlin“ brüllte. Wir sprangen auf und schauten auf die schäumenden Fluten hinter dem Boot, konnten aber nichts erkennen. Inzwischen war Franco natürlich schon am Heck. In diesem Augenblick krachte auch schon die Leine der 80er aus dem rechten Ausleger des Bootes. Die Rolle kreischte kurz auf, um sofort danach wieder zu verstummen.
„Das gibt´s ja nicht“ rief Ferdi aus, gleichzeitig brüllte die Rolle der zweiten Rute auf der rechten Seite des Bootes los! Charly, der inzwischen bereits den Kampfgurt umgeschnallt hatte, zögerte noch. Doch diesmal war der Fisch gehakt und nahm unablässig Leine! Charly übernahm die Rute, und begann den Kampf gegen den Schwertträger. Ich schrie vor Freude:
„DAS IST DEIN MARLIN ALTER JUNGE“!!!
Die Wellen peitschten über das Heck, und der Fisch nahm Meter um Meter Leine von der Rolle! – Es musste ein Marlin sein, denn so eine Flucht hatten wir in diesem Urlaub noch nicht erlebt. Der Drill dauerte bereits einige Minuten und Charly hatte den Fisch bereits kurz hinter dem Boot. Doch dieser gab sich noch nicht geschlagen und zog noch einmal mit aller Macht Leine von der Rolle!
Nach gut 25 Minuten tauchte die 30m Markierung hinter dem Heck des Bootes auf. Nun begann der „Endkampf“. Charly drillte wie ein Profi! Er hatte ja schon einige Erfahrung mit dem Gerät bei den diversen Wahoodrills sammeln können.
Noch ein paar Kurbelumdrehungen und das Vorfach schlug an der Rutenspitze an. Sisito und Franco übernahmen das Vorfach, doch der Fisch gab sich noch immer nicht geschlagen, und schlug wild um sich. So konnte er sich 2x wieder befreien! So konnte Charly den Fisch noch einmal drillen, was ihm sichtlich Spaß machte. Schließlich gelang es den beiden Crewmitgliedern den Marlin zu bändigen und an der rechten Seite der Bibiche zu fixieren. Charly, den es kaum noch auf dem Kampfstuhl hielt, erhielt vom Kapitän die Freigabe die Rute vom Kampfgurt los zu machen. Er sprang sofort an die Bordwand um „seinen Marlin Nr. 1“ persönlich zu begrüßen.
Nur wer einmal einen Marlin gefangen hat, und die Chance gehabt hat diesen herrlichen Meeresbewohner mit seinen eigenen Händen zu berühren kann nachvollziehen, was sich da in einem abspielt. Adrenalin und Endorphine etc. verdrängen Blut und andere Körpersäfte und man glaubt die Welt umarmen zu können!! Charly machte genau in diesem Augenblick diese Erfahrung.
Er hielt den Fisch am Schwert und „liebkoste“ den Schwertträger. Er hielt den Marlin noch einige Minuten, damit dieser wieder zu Kräften kommen konnte und die Kiemen mit ausreichend Meerwasser durchspült wurden. Danach ließ er den Jäger begleitet von einem Jubelschrei wieder in die Fluten des Atlantik zurück gleiten.
Charly war zum „MARLINATOR“ geworden. Endlich war der Bann gebrochen. Wir jubelten und freuten uns riesig. Danach zogen Charly und ich uns zurück, um in uns der Kabine dem bereits mehrfach einstudierten Whiskeyritual, der Marlinatortaufe zu unterziehen. Nähere Details bleiben in diesem Bericht unerwähnt (Zensur!). Ich war überglücklich, denn ich hatte mein Versprechen eingelöst, und Charly zum Marlinator gemacht.
Die Crew hatte inzwischen wieder die Jigs ausgelegt, und wir fuhren nochmals durch das Gebiet, wo wir den Marlinstrike hatten. Kurz darauf schallte wieder der Ruf Marlin vom Kommandostand und eine der Rollen kreischte auf, verstummte aber sofort wieder. Sisito, er war diesmal schneller als Franco, sprang nach unten und kurbelte wie ein wilder an der Rolle, die noch vor einigen Sekunden die Leine frei gab. Ich hatte inzwischen den Kampfgurt umgeschnallt, doch der Marlin hatte bereits abgedreht. Es wäre zu schön gewesen… !
Wir gaben nicht auf und kreisten nochmals über die aussichtsreichsten Bereiche. Der Erfolg lies aber auf sich warten und so machte sich Ferdi auf, ein letztes Mal bei den einheimischen Fischern, die den ganzen Tag, auf dem mittlerweile doch ziemlich rauen Atlantik ausharrten, ein paar schleifen zu ziehen. Ganz in der Nähe der Boote kreischte wieder eine der Rollen auf und der bekannte Ruf „Zera“ schallte durch die Luft.
Ich nahm auf dem Kampfstuhl platz und drillte einen kapitalen Wahoo, der ordentlich Druck machte und sogar Leine von der 80er nahm. Nach kurzem Kampf wurde der Fisch von Sisito mit dem Gaff an Bord gehoben. Ein gut 1,7m langer stattlicher Wahoo. Das war der letzte Fisch des Tages. Glücklich über unseren ersten Marlin verließen wir die Bank und fuhren zurück nach Tarafal. Bei der Rückfahrt beratschlagten wir, was wir am darauffolgenden Tag machen würden. Ferdi machte den Vorschlag dass wir es aufgrund des heutigen Erfolges noch einmal auf der Bank probieren sollten. Wir stimmten zu und freuten uns schon auf die abendliche Feier in Tarafal.
4 .Tag auf See
Wir machten uns auch an diesem Tag etwas später auf die Fahrt Richtung Bank, denn die Beißzeiten der Fische hatten sich vornehmlich auf den mittleren und späteren Nachmittag beschränkt. Es gab wieder unser „Eiweißfrühstück“ – gebratenen Wahoo (wir hatten ja genug), Rührei und Speck, garniert mit ein paar Stücken Muräne und eine gute Tasse Tee. Bei der Fahrt zur Bank; das tägliche Spiel, Foto und Filmsession bei der Walherde, die jeden Tag vor der Insel in der glatten, einem „Ententeich“ gleichenden See herumlungerte und uns förmlich zu erwarten schienen. An der Bank angekommen, gab es gleich den ersten Strike; wieder ein Wahoo.
Charly drillte den „Speedy“ und die Crew hatte wieder einen „Futterfisch“ zu versorgen. Wir schleppten wieder über die aussichtsreichen Gewässer im westlichen Bereich der Bank und konnten noch 2 weitere Wahoos erbeuten. Am späteren Nachmittag, die Sonne war wieder hinter dem Wolkenschleier hervorgekommen, gab es plötzlich wieder Hektik auf der Brücke, denn ein Marlin schwamm quer durch unsere Jigs. Er attackierte zwar einen, jedoch nur äußerst zaghaft und drehte dann sofort wieder ab. Danach gab es keine nennenswerten Aktivitäten mehr. Wir machten uns auf den Rückweg nach Tarafal und beratschlagen, wie wir die 2 letzten Fischtage verbringen sollten. Ferdi machte uns den Vorschlag, da der heutige Tag wieder nicht viel Positives gebracht hatte, dass wir nach Mindelo zurückfahren sollten, denn Kalou, der schon 2 Tage bei Mindelo fischte, hatte an diesem Tag 2 Marline gefangen.
Wir stimmten dem Vorschlag zu, nicht zuletzt weil unser Gepäck inzwischen in Mindelo angekommen war, und wir endlich zu unserem „Material“ kommen wollten. So trafen wir uns noch einmal bei einem feudalen Abendessen im „Dolphin“ und verbrachten die letzte Nacht auf der Insel S. Nicolao.


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