PrintHeader

Cabo Verde 1/3 - Reisebericht

3-teiliger Reisebericht übers Hochseefischen. 2. Teil im Februar

Sepp, 24.01.08

Void
3,9
123456
Bericht bewerten




Endlich ist es wieder so weit nach vier langen Jahren der „Abstinenz“ vom Big Game Fischen stiegen mein Freund Charly und ich am 19.7.2007 in den Flieger um den großen Jägern des Atlantik auf die „Schuppen" zu rücken. 6:15 Uhr Abflug in Graz nach München, wo wir nach Besorgung der Visa um 12:50 in die Maschine der TACV (Cabo Verde Airlines) nach SAL eincheckten. Der sechsstündige Flug war sehr kurzweilig, denn wir schmiedeten eifrig Pläne, wie wir die nächsten 6 Tage auf See verbringen würden.

Charly der noch keinen Marlin auf die Schuppen legen konnte
war voll froherErwartung, denn die Vorinformationen aus Mindelo
waren äußerst positiv. Der Inlandsflug von Sal auf die Insel
S. Vicente war zwar durch leichte Hindernisse und eine
zweistündigen Verspätung etwas problematisch. Wir hatten es
dann aber doch geschafft. Um 21:15 Ortszeit und nach einer
17stündigen Anreise waren wir am Ziel und erwarteten äußerst
motiviert unser Gepäck. Nachdem wir rund 20 Min erfolglos am
Gepäckband standen, war eines klar – unsere Koffer waren
nicht dabei. Wir reklamierten an der Gepäcksuchstelle wo uns
gesagt wurde, dass dies kein Einzelfall sei, die Koffer würden
uns sobald sie angekommen sind „nachgeliefert“. So da
standen wir nun; keine Kleider, keine Sonnencreme (die ist
dort immer Mangelware), keine Reiseapotheke. Nachdem wir
uns etwas beruhigt hatten gingen wir aus dem
Flughafengebäude, wo uns unser Kapitän Ferdi Worst bereits
erwartete. Auch Ferdi bestätigte uns, das es bei fast keiner
Gruppe die nach Mindelo kam, keine Probleme mit den
Inlandsflügen gab. Entweder fallen die Flieger aus, oder es ist
was mit dem Gepäck – das ist die so in Cabo Verde „Hier ticken
die Uhren sowieso anders“. In unserer Unterkunft angekommen,
genehmigten wir uns noch ein Willkommensbier und legten uns
danach gleich aufs Ohr, denn wir wollten am nächsten Tag so
rasch wie möglich mit der „Bibiche“ in See stechen.
1.Tag auf See
Am 20.7. um 7:00 waren wir nach einem ausgiebigen Frühstück
bereits auf dem Weg zur Marina, als wir die nächste
Hiobsbotschaft bekamen. „Wir können aufgrund eines
Batteriedefekts nicht auslaufen!“
Ferdi versuchte so rasch es möglich war einen Ersatz zu
organisieren, aber wie gesagt, die Uhren auf Cabo Verde ticken
etwas anders…! Nach 2 Stunden hektischer Betriebsamkeit an
Bord und dem Wechsel der Batterie die nächsten
Startversuche, aber die Maschine war nichtwillig! Unser
Bordmechaniker Sisito hing kopfüber in der rechten Maschine
und schraubte wie ein wilder am Motor. Er zog nun ein
ziemlichverschmortes Kabel hervor, und gab uns zu verstehen,
dass es daran liegen würde. Die Crew nahm das Kabel und
verschwand im Hafenbereich um das Kabel zu „umgehend“ zu
reparieren. Nach 1 Stunde tauchten sie wieder mit dem
Ersatzkabel auf, und montierten dieses.
Nächster Startversuch rrrrrrrr. der Motor schnurrte kurz auf,
um danach sofort wieder zu verstummen – Luft im
Dieselkreislauf war die nächste Diagnose – rasch die
Entlüftungsschrauben gelockert, entlüftet und der nächste
Startversuch war endlich erfolgreich. Die beiden 310 PS
Cummins Diesel schnurrten und wir konnten endlich die Fahrt
zur Nachbarinsel S. Nicolao antreten, wo es nach den Angabe
der anderen Big Game Boote „viel Fisch“ gab. Es war bereits
11:15 als wir aus dem Hafen von Mindelo Richtung Norden
aufbrachen und mit mittlerer Geschwindigkeit entlang der
zerklüfteten Küste von S. Vicente die Wogen des Atlantik
durchschnitten. Nach einer halben Stunde Fahrt wurden das
erste Mal die bekannten Jigs an die 80 LB Rutenmontiert und
nach Erreichen der optimalen Schleppgeschwindigkeit in das
tiefblaue Wasser „entlassen“.
Motiviert starrten wir angespannt auf die Ruten und das
Wasser, um nicht die kleinste „Unregelmäßigkeit“ zu übersehen.
Die Motivation begann sich langsam zu legen, alsnach rund
1,5 Stunden keinerlei Reaktion auf unsere Köder erfolgte. Unser
Kapitän beruhigte uns mit den Worten: „Wenn wir im Kanal sind
wird es „Kontakt“ geben. Wir verließen den Bereich von
S. Vicente und kamen in den Kanal. Dort war die See schon
etwas ruppiger und 3-4 Meter hohe Wellen rüttelten das Boot
ganz schön durch. Nach erfolgloser Durchquerung des Kanals,
als wir bereits in den Windschatten der Insel S. Nicolau
gerieten gab es plötzlich einen lauten Knall und der linke
Ausleger des Bootes wurde mit einem Peitschenschlag nach
unten gebogen. Die 80er Tiagra Rolle entledigte sich mit
lautem Knarren der Leine. Wie im Chor gab es den Ruf
„STRIKE“. Charly schnappte sich den Kampfgurt und nahm am
Kampfstuhl platz. Die Schnur flog nur so von der Rolle und es
war bereits die unter der Nylonschnur aufgespulte
„Geflochtene“ zu sehen. Das bedeutet, dass bereits rund
400 m Schnurim Atlantik verschwunden waren. Charly begann
nun seinen ersten Kampf mit einem der Giganten, er kurbelte
um sein Leben. Meter um Meter der Schnur fanden so ihren
Weg zurück auf die Rolle. Die Crewmitglieder waren der
einhelligen Meinung, dass es sich um einen „Thuna“ handelt,
der nicht von schlechten Eltern sein musste; nach der Flucht…
Charly pumpte und pumpte, die Leine lief nun senkrecht hinter
dem Boot ins Wasser, und ich erinnerte mich an meinen
letzten Kampf gegen einen Gelbflossenthun. Es war nun bereits
die Schnurmarkierung zu sehen, die rund 30 m vor demVorfach
an der Hauptschnur befestigt war. Charly machte sich für den
„Endkampf“ bereit. Er arbeitete wie ein Profi die Rute bog sich
im Halbkreis nach unten und der Fisch wehrte sich extrem. Auf
einmal gab es einen Ruck in der Rute und die Leine hing schlaff
in das Wasser – was war geschehen?
Hatte der massive Druck desFisches die Leine zum Bersten
gebracht? Charly kurbelte die Leine ein, doch es war das
Vorfach und der Köder ohne Beschädigung am System. Der
Fisch hatte sich bei den starken Schlägen mit seinem Kopf der
massiven Haken entledigt - schade - „bad luck“!!!
Charly war absolut enttäuscht über den Verlust des Fisches
und machte sich mit einem lauten „Sche….„ Luft.
Die Enttäuschung wehrte aber nicht lange, denn schon nach
rund einer viertel Stunde gab es wieder Anlass zur Hoffnung,
denn wir wurden durch ein lautes Kreischen von einer der
Rollen aus unserer Enttäuschung gerissen. Sofort nach dem
Strike ertönte von der Crew das Wort „Zera“ was so viel
bedeutet wie „Wahoo“ Charly, hatte nach dem ersten
erfolglosen Drill wieder auf dem Kampfstuhl platz genommen und
drillte den Fisch wie ein alter Hase ans Boot. Kurz darauf war
Franco und Sisito mit dem Gaff zur Stelle um den „Futterfisch“
mit dem „Zunderholz“, das aus massivem Aluminium besteht zu
betäuben und ins Boot zu ziehen. Der ersteFisch dieses
Urlaubes war ein stattlicher Wahoo mit rund 15 Kg.
Dieser erste Erfolg steigerte nun die Aussichten auf weitere
gute Fänge. Die Sonne war nun bereits sehr tief am Horizont
zu sehen, so dass wir uns nach Tarafal, dem bereits vom
letzten Urlaub bekannten Ort auf der Insel S. Nicolao
aufmachten. Im Hafen angekommen sahen wir, dass sich die
gesamte Big Game Flotte aus Mindelo in den Fischreichen
Gewässern vor S. Nicolao aufhalten musste, denn die Boote
„Happy Hooker I und II, sowie 2 weitere Boote lagen bereits an
der Pier. Wir kletterten von Bord und machten uns auf den
Weg ins Dorf, zum Restaurant „Dolphin“ in dem bereits alle
Angler und Kapitäne bei einem gemütlichen Bierchen saßen.
Wir waren noch mit unserer Reisekleidung unterwegs und
suchten nach einem Geschäft wo wir uns für die nächsten
Ausfahrten mit Kleidung und notwendigen Utensilien versorgen
wollten. Aber um diese Zeit hatten alle Geschäfte bereits
geschlossen. Nach einer kurzen Intervention von unserem
Kapitän wurde für uns ein Geschäft geöffnet, das wir nach
allen Regeln der Kunst durchwühlten. Der Geschäftsbesitzer ein
Chinese stand nur noch teilnahmslos im Geschäft herum und
war durch unsere Kaufwut absolut überfordert. Nachdem wir
alles was wir brauchten gefunden hatten, ging es zur Kasse.
Plötzlich ein breites Grinsen des Geschäftsbesitzers, denn er
hatte inzwischen die Rechnung gemacht (das war sicher der
Umsatz des Monats). Nachdem wir die Sachen in unserer
Pension verstaut hatten begaben wir uns ins „Dolphin“ und
genehmigten uns ein kühles „Sagres“ um uns danach aufs Ohr
zu legen.
2.Tag auf See
6:00 Tagwache – die Sachen zusammengepackt und ab in den
Hafen. Dort warteten bereits Kapitän und Crew mit einem
deftigen Frühstück auf uns, damit wir uns für die Dinge die da
kommen würden, entsprechend stärken konnten. Während des
Frühstücks wurden die Motoren gestartet und es ging raus
auf das tiefblaue Wasser. Die See war spiegelglatt und in der
Ferne durchbrachen sichelförmige Rückenflossen die
Wasseroberfläche. Eine Gruppe von Schwertwalen lungerte
mehr oder weniger teilnahmslos herum. Wir fuhren an der
Gruppe vorbei und kamen schließlich in denFlachwasserbereich
ca. 4 Seemeilen vor der Küste von S. Nicolao. In diesem
Bereich steigt der Grund von rund 1000m Tiefe auf knapp 70m
an und genau dort sammelt sich der Futterfisch für die großen
Jäger. Kurz nachdem wir in den seichteren Gewässern
angekommen waren, krümmte sich wieder eine der 80er Ruten
unter dem Kreischen der Rollenbremse. Charly, der bis zu
seinem ersten Marlin von mir das Vorrecht auf die Drills beim
Schleppen bekam nahm wieder im Kampfstuhl platz und drillte
seinen 2. Wahoo, der mit rund 20 Kg ein bereits sehr
stattliches Exemplar war.
Ferdi unser Kapitän sagte daraufhin: „Sehr gut da haben wir
einen Köderfisch, wenn wir heute Abend auf Tigerhai (meinen
persönlichen Zielfisch) gehen wollen. Die Zeit verging und wir
bekamen über Funk die eine oder andere Meldung der anderen
Boote über Marlinkontakte. Nur bei uns schienen sich die
Schwertträger zurück zu halten! Wir schleppten unermüdlich in
8er Schleifen und entlang der Kanten der Bank hin und her
– 2 weitere Wahoostrikes konnten wir leider nicht verwerten.
Die Stunden vergingen und am frühen Nachmittag gab es auf
einmal Hektik am Kommandostand unseres Bootes – Sisito
schrie laut „MARLIN“ wir sprangen auf und suchten das Wasser
nach dem Fisch ab, der inzwischen aber wieder abgedreht
hatte. Ferdi beschleunigte das Boot und auf einmal knallte der
rechte Outrigger herunter und die Rollenbremse kreischte kurz
auf. Sisito sprang mit einem Satz vom Kommandostand und
war schon an der Rute, als die Rollenbremse plötzlich
verstummte. Wieder nichts. Enttäuschung machte sich nun an
Bord breit und wir entschieden uns, wenn schon die Marline
nicht wollten, am Abend definitiv auf Hai zu gehen. Bei der
Rückfahrt nach Tarafal hatten wir noch einen weiteren
Wahoostrike, den Charly positiv mit einem sehr schönen rund
25 Kg schweren Fisch abschließen konnte – wir hatten nun
2 Köderfische! Wir fuhren nun rasch in den Hafen, genehmigten
uns ein Abendessen um kurz danach wieder in See zu stechen.
Unweit des Hafens, in einer Tiefe von 40-50m gab es laut Ferdi
eine gute Stelle für Tigerhaie. Wir fuhren also zu dieser Stelle
und die Crew begann einen Wahoo in „mundgerechte“ Stücke
zu zerlegen. Zwei der 4 80er Ruten wurden mit rund 2Kg
Wahoo und je 2 Makrelen bestückt und mit einer
Bleibeschwerung in die dunklen Tiefen gelassen. Es war
inzwischen komplett dunkel geworden, und eine gewisse
„Unsicherheit was denn da auf uns zukommen würde,“
beschlich mich. Auf einmal wurde die Stille der Nacht durch
das laute Kreischen der rechten Rollenbremse durchbrochen!
Ich muss sagen, das Blut in meinen Adern ist fast gefroren.
Ich schnallte mir den Kampfgurt um und setzte mich in den
Kampfstuhl. Der Anhieb wurde gesetzt, und die Rute krümmte
sich bis zur Reling. Ich hatte zuerst das Gefühl der Haken
würde irgendwo festhängen. Ich stemmte mich mit meinem
ganzen Gewicht dagegen und auf einmal gab der vermeintliche
Hänger nach. Es war Stockdunkel und die Leine schien
senkrecht hinter dem Boot in die Tiefe zu gehen. Ich spürte
einen massiven Widerstand und mit einem Mal nahm der Fisch
wieder Leine. Es war aber nur eine kurze Flucht, die ich
parieren konnte. Die Minuten vergingen, auf einmal Hektik an
Bord, Lichtkegel von Taschenlampen zuckten auf einmal hin
und her und Franco schrie aus vollem Hals „MANTA“!!!
Ich verstand zuerst nicht was er gemeint hat – den Mantas
sind ja wie wir alle wissen Planktonfresser! Bei den Bewohnern
der Kapverden heißt jedoch jede Form von Rochen „Manta“.
Was hatte ich da gehakt??? Das Vorfach schlug an der
Rutenspitze an und die beiden Crewmitglieder waren mit Gaff
bestückt daran das Ungetüm aus der Tiefe zu fixieren.
Der Fisch entpuppte sich als kapitaler Stachelrochen, der auch
die beiden Crewmitglieder beeindruckt haben muss, denn die
beiden sind hektisch hin und her gesprungen und waren total
aus dem Häuschen. Ferdi schrie „wollen wir ihn an Bord
nehmen?“ Ich brüllte nach oben: „Wenn möglich JAAAA“!!
Mit vereinten Kräften gelang es das Monster an Bord zu
hieven, und da sah ich erst was das wirklich für ein Vieh war
– ein Durchmesser von rund 1,3m und eine Länge von ca. 2m
 waren die Maße der Kreatur – ein Stachel von fast 30 cm
zierte den Schwanz des Tieres. Mit extremer Vorsicht machten
wir mit dem Rochen ein kurzes „Fotoshooting“, um ihn danach
wieder in die dunklen Fluten zu entlassen. Ich war zum
„Rochinator“ geworden.
Das Adrenalin in meinem Körper hatte eindeutig das Blut
verdrängt und ich hatte nach langer zeit wieder meine
„flatternden Knie“! Ich war noch nicht zur Ruhe gekommen, da
waren beide Köder wieder in der Tiefe verschwunden und die
Stimmung an Bord war noch immer vom Rochen gezeichnet.
Charly blödelte herum und imitierte die Rollenbremse der 80er
Tiagra. Ich sagte zu ihm: „Du kannst schon aufhören wir
haben es ja gehört“. Da sagte er: „Ich bin das nicht“!!!
Wieder knarrte die Rolle der rechten Rute. Nach nur 20 Minuten
hatten wir den nächsten Fischkontakt. Plötzlich verstummte
die Rollenbremse. Sisito sagte nur kurz „Shark“ und begab sich
zum „Gerät“. Wieder ein kurzes „rrrrrrr“. Sisito sagte „OK“.
Ich schnallte wieder den Kampfgurt um und nahm im Kampstuhl
platz. Was dannfolgte gehört eigentlich in einen Actionfilm.
Sisito nahm die Rute aus der Verankerung und stellte die
Bremse der 80er auf FULL – ein Wahnsinn! Er ließ die Spitze der
Rute Richtung Wasseroberfläche absinken und setzte einen
Anhieb, der sicher bis in den Ort zu hören war. Ergebnis – die
Rutenspitze blieb auf der Wasseroberfläche „kleben“ das Gerät
krümmte sich zum Halbkreis. Sisito, der geistesgegenwärtig
schnell wie eine Katze die Rollenbremse wieder halb geöffnet
hatte, bevor er über Bord gezogen wurde, hing halb über der
Bordwand. Nachdem der Fisch nun gierig Leine von der Rolle
zog, gab Sisito noch einen weiteren Kommentar ab;
„Good Shark“ und überreichte mir die Rute. Jetzt verstand ich
auch, warum ein nicht erfahrener Angler auf keinen Fall so
einen Anhieb setzen sollte, denn dieser wird in 150% der Fälle
mit einem unfreiwilligen Bad im Atlantik „belohnt“. Das jedoch
sollte man in der Nacht in diesen Gewässern unbedingt
vermeiden. Der Fisch zog weiterhin unablässig Leine von der
Rolle. Ich verstärkte den Bremsdruck und konnte so die Flucht
etwas bremsen. Charly war indessen vollkommen aus dem
Häuschen und brüllte: „Gebt mir eine Zange ich reiße dem
Monster einen Zahn aus!!!“ Ferdi versuchte ihn zu beruhigen,
denn es ist viel zu gefährlich dem Haimaul zu nahe zu kommen!
Endlich kam der Fisch zum Stillstand und ich konnte beginnen
wieder Leine auf die Rolle zurückzuspulen. Ich versuchte
gekonnt meinen ganzen Körper beim Drill einzusetzen, um
möglichst viel Druck auf den nächtlichen Gegner auszuüben.
Ich kann nicht sagen wie lange ich gedrillt und gepumpt habe,
denn in der Dunkelheit kommt es einem wie eine Ewigkeit vor.
Nach einiger Zeit kam wieder die 30m Markierung zum
Vorschein, und es war ein Ende des Kampfes abzusehen.
- So kann man sich täuschen, denn auf einmal krümmte sich
die Rute wieder im Halbkreis und der Fisch nahm wieder Leine.
Es hob mich im Kampfstuhl nach oben, und ich musste die
Hände von der Rute nehmen um mich an den seitlichen Griffen
festzuhalten. Als ich mich wieder stabilisiert hatte, konnte ich
erneut den Kampf gegen den Fisch aufnehmen. Es gelang mir
nun das Vorfach bis an die Rute zu bringen, und die beiden
Crewmitglieder versuchten das Vorfach zu greifen und den
Fisch zu fixieren. – Erfolglos, der Fisch riss das Vorfach aus
den Händen von Franko und taucht zu einer letzten Flucht
erneut ab. Doch diese Flucht dauerte nicht lange, und ich
konnte nach kurzer Zeit das Vorfach wieder an die Rutenspitze
knallen lassen. Ferdi schrie von der Kommandobrücke: „ Pass
auf, dass sich die Leine nicht um die Rutenspitze wickelt“!!!!
Hochkonzentriert saß ich im Kampfstuhl und sah dem Treiben
am Heck der Bibiche zu. Endlich gelang es der Crew unter
lautem Geschrei den Fisch zu fixieren. Ich wartete noch, denn
es kann in so einer Situation immer noch zu unvorhergesehenen
Problemen kommen. Endlich war der Hai fixiert und ich konnte
einen ersten Blick auf „meinen Tiger“ riskieren.
Es war ein für mich mächtiges Tier mit riesigen Zähnen, das wie
wild hinter dem Boot um sich schlug. Der Tiger hatte den Köder
sehr tief geschluckt und wirkonnten ihn daher leider nicht
wieder inden Atlantik entlassen. Er wäre nach Aussage von
Crew und Kapitän sicher verendet. So beendeten wir unsere
Hai Session vorzeitig und schleppten den Jäger der Meere in
den Hafen von Tarafal. Das wenige Blut in meinem Adrenalin
kochte wie in einer Kaffeekanne und ich strahlte wie ein
Atomkraftwerk nach einem Supergau. Bei meiner ersten
Ausfahrt auf Hai hatte ich nicht nur einen kapitalen Rochen,
sondern auch einen Tigerhai von rund 150 kg gefangen. Was
für ein Abend!!! Im Hafen angekommen, scharte sich eine
Gruppe von einheimischen um unser Boot und begutachtete
unseren Fang. Rasch hatte sich unser Fangerfolg auch bei den
anderen „Biggamern“ herumgesprochen und nach einigen
Bierchen im „Dolphin“, – das muss ja schließlich gefeiert
werden“, ging ich müde aber überglücklich zu Bett.
Ich hatte eines meiner Hauptziele für diesen Urlaub erreicht.
Alles was jetzt noch kam war für mich reine Zugabe!


--

ALLE INSERATE ArrowRgt

Active Fishing

Wien

active fishing,


Welshoelzer vom Profi

8 Euro

Nándor Mecsek,