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Angeln in Dänemark

90 Jahre und kein bißchen Leise

zum Angeln ist man nie zu alt

Oldman, 24.09.07

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Während ihr dieses liest, befinde ich mich im Urlaub – in Dänemark – wie fast jedes Jahr einmal -um meine Gefriertruhe mit großen, rotfleischigen Forellen und mit etwas Glück auch noch mit Heringen und Schollen aufzufüllen. Viel Spaß beim lesen von

90 Jahre und kein bisschen Leise!

Wir, meine Frau, Hund, und Ich, machen seit Jahren im Herbst in Dänemark  - Raum Hvide Sande/Sondervig – Urlaub.
Der kilometerlange Strand lädt zu stundenlangen Spaziergängen für Mensch und Tier ein.
Mit der Nordsee, dem Ringköbing Fjord, der Mole in Hvide Sande sowie unzähligen Put und Take Teichen kommen auch wir Angler nicht zu kurz.
Hier kann man wirklich noch entspannen. Deshalb hatten wir für den letzten Herbst schon wieder 14 Tage Dänemark eingeplant.

Nun aber nahte ein besonderer Tag.
Der Lebensgefährte meiner Schwiegermutter feierte in Kürze seinen
90 jährigen Geburtstag. Was schenken???
Als wir dann durch Zufall erfuhren, dass er als Soldat in Holstebro stationiert war und die teilweise noch heute erhaltenen Bunker mit Fernmeldeeinrichtung ausgestattet hat, stand unser Geschen fest. 14 Tage Dänemark - mit uns.

Oh je ! Was haben wir damit nur angerichtet?
Nach dem die beiden Senioren so richtig begriffen hatten, was wir Ihnen geschenkt haben, stand  bei uns das Telefon nicht mehr still. Zweimal die Woche wurde angerufen und gefragt, was sollen wir einkaufen, was sollen wir mitbringen. Es war uns nicht möglich Ihnen beizubringen, dass sie eingeladen waren und so ließen wir sie gewähren. Wie sich später rausstellte war auch das ein Fehler - Endlich war es so weit.

Ich hatte einen Anhänger – Kastenwagen- geliehen und unsere Utensilien, alles was 4 Personen für 14 Tage so benötigen, eingeladen. Am späten Nachmittag wurden dann die beiden Senioren angeliefert. Ach du meine Güüte!! An Klamotten hatten die Beiden  nur das Nötigste mitgebracht. Aber dann, Verpflegung, Verpflegung, Verpflegung ..... Wo haben die Beiden nur im Fahrzeug gesessen. Ich war sprachlos! Gott sei Dank war der Anhänger groß genug. Es sah aus, als ob wir auswandern wollten.



So fuhren dann am anderen Morgen 270 Jahre – ohne  Hund - der war auch noch mit nach Dänemark.




Nach Tagen der Besichtigung der Bunker, Holstebro u.s.w. sollte es  endlich zum Angeln gehen. Nun aber gestand mir mein Senior, dass er noch nie im Leben eine Angelrute in der Hand gehabt hat. Deshalb machten wir vor dem Haus Trockenübungen, bei denen er sich  gar nicht  einmal ungeschickt anstellte.

Nach einer schlaflosen Nacht seinerseits, fuhren wir zum Sondervig  Put und Take Teich. Ich habe diesen Teich ausgesucht, weil er frei von Hindernissen ist und auch gut mit großen Forellen besetzt wird. Nachdem wir die Tageskarten zu 5 Std. gelöst hatten wurden die Angeln ausgeworfen. Kaum war das geschehen, ich konnte es nicht glauben,
verschwand die Wasserkugel meines Seniors und gemeinsam holten wir, er vor Aufregung dem Herzinfarkt nahe, seine Erste selbst gefangene Forelle aus dem Teich. In kürzester Zeit fing er so  5 Fische. Das  gemeinsame Landen dieser Fische ging leider nicht sehr leise vonstatten, so daß andere Angler mir böse Blicke zuwarfen und mich anmachten; ich solle doch  den alten Mann nicht immer so anbrüllen.



Ich, immer noch Schneider griff in meiner Verzweifelung jetzt zur Blinkerrute und versuchte auf der anderen Teichseite mein Glück.



 Während ich blinkerte sah ich aus der Ferne, daß mein Angelopa wieder ein Fisch an seiner Rute hatte, dieses aber anscheinend nicht bemerkte. Gott sei Dank war die Bremse richtig eingestellt.                                                   
Die anderen Angler versuchten durch Zurufe meinen Senior auf den Biss aufmerksam zu machen. Vergebens!  Er wie schon angemerkt 90 Jahre alt-, saß auf der Bank und rührte sich nicht. Da er keinerlei Anstalten machte den Fisch zu landen liefen nun 2 Angler zu meinen Senior hin und als der Erste ihn an der Schulter berührte schreckte dieser hoch, so daß er fast ins Wasser fiel. Zu Dritt holten sie seine 6. Forelle an Land.


                                                                                   
Ich fand diese Hilfsbereitschaft richtig gut, es hätte ja auch etwas passiert sein können!   Was war geschehen?  Mein Angelopa war, während er die Wasserkugel beobachtet, eingeschlafen und hatte, wie die ganze Zeit auch schon vorher, sein Hörgerät ausgeschaltet, weil dieses durch den Wind telefonartige Pfeiffgeräusche verursachte. Da konnte man lange rufen.
Von jetzt an konnte ich ohne  böse Blicke und Anmerkungen der Anderen, mich etwas lautstärker mit ihm unterhalten. Nach Ablauf der 5 Std. gingen wir mit 9 Fische (7:2) nach Hause. Bestärkt durch diesen Erfolg waren wir von jetzt an jeden 2. Tag (unsere Frauen wollten auch noch etwas von uns haben) am Teich zu finden. Wir waren recht erfolgreich und ihr dürft nur einmal raten wer die meisten Fische an Land gezogen hat.

Seit dem muss ich mindestens einmal im Jahr mit ihm zum angeln gehen.

Merke:
Zum Angeln ist man nie zu alt.


Oldman


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